Am 10. November 1975 hielt der israelische Botschafter bei den Vereinten Nationen, Chaim Herzog – der spätere sechste Präsident des Staates Israel –, eine der einflussreichsten Reden in der Geschichte. Darin verurteilte er die Resolution 3379 der UN-Generalversammlung, die Zionismus mit Rassismus gleichsetzte. Die Resolution, die Teil einer Kampagne der Arabischen Liga war, mit der Israel auf der internationalen Bühne isoliert werden sollte, wurde von einer breiten Mehrheit angenommen und erst 1991 zurückgenommen. Dieser Zeitraum war der Tiefpunkt der Beziehungen zwischen Israel und der UN.
Präsident Reuven Rivlin hielt am Sonntagabend (22. November 2015) in seiner Residenz eine Sonderveranstaltung ab, um den 40. Jahrestag dieser historischen Rede vor den Vereinten Nationen zu markieren.
Der Präsident bemerkte, dass diese historische Rede von Chaim Herzog noch heute relevant sei und sagte: „Es hat sich im historischen Kontext herausgestellt, dass der Antisemitismus nicht untergegangen ist. Er ist nicht tot und wurde nicht etwa ersetzt. Wir nennen ihn den neuen Antisemitismus, aber er ist sehr, sehr alt. Auf der einen Seite ist es entmutigend herauszufinden, dass die antisemitische Delegitimation des Staates Israel jede Generation im Griff hat. Aber auf der anderen Seite ist es ermutigend zu sehen, dass die antisemitische Delegitimation nicht erst heute angefangen hat; es liegt nicht an uns. Und sie wird, leider, den Staat Israel auch weiter begleiten. Nicht umsonst hat Herzog die Symbolträchtigkeit des Datums, des 10. Novembers, an dem 37 Jahre früher die Reichspogromnacht geschehen war, bemerkt. Chaim Herzog war sich bewusst, dass die Vergangenheit die Gegenwart beeinflusst.“
Der Präsident betonte die Wichtigkeit des Kampfes gegen den Rassismus und Antisemitismus und sagte: „Wenn es eine aktuelle Lehre aus der Rede von Chaim Herzog, sogar 40 Jahre danach, gibt, dann ist es die, dass es auf der einen Seite unsere Pflicht und unser Recht ist, Dinge beim Namen zu nennen – auch gegenüber einer betrügerischen Welt, auch wenn es gegen die Mehrheit gerichtet ist, und auch wenn es scheint, als sei die gesamte Welt gegen uns. Auf der anderen Seite müssen wir die gesamte internationale Gemeinschaft – die Freunde Israels, die Freunde der Menschheit – weiter ausbilden und mobilisieren gegen Rassismus und Antisemitismus, um des Zionismus Willen, für das jüdische Volk, für den Staat Israel – mit einem klaren Verständnis, dass dies keine unterschiedlichen Konflikte sind, sondern ein einziger Kampf ist.“
Quelle: Sprecher des Präsidenten/Botschaft des Staates Israel
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